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Freitag, 13. Oktober 2017

Zu gut für die Tonne - 10 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Mit meinem Blog zeige ich Euch regelmäßig, dass Lebensmittel die "im Müll landen" noch lange nicht für die Tonne sind. Die Lebensmittel die ich von der Tafel bekomme, dürfen meist nicht mehr verkauft werden - sei es, weil die Packung defekt ist, das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist oder Obst und Gemüse Druckstellen oder Schönheitsfehler haben. Essbar ist das alles noch. 

Die meisten Lebensmittel werden aber nicht durch Industrie und Handel weggeworfen, sondern in Privathaushalten. Fast jedes 8. Lebensmittel, das wir kaufen, landet in der Tonne. In Zahlen sind das etwa 235 € pro Person pro Jahr. Um es einmal bildlich darzustellen: zwei vollgepackte Einkaufswagen PRO JAHR. Das ist einfach traurig. 


Gegen diese Verschwendung setzt sich die Initiative "Zu Gut für die Tonne" des Bundesministeriums für Ernährung ein und sammelt unter dem Hashtag #Restezauber momentan Rezepte zur Resteverwertung. Da beteilige ich mich natürlich gern mit ein paar Tipps für weniger Lebensmittelverschwendung und einem leckeren Rezept für Ofengemüse (dafür ganz nach unten scrollen):



Ganz profan beginnt das Thema schon beim Einkaufen. Spontankäufe, Fehlkäufe, Lustkäufe - alles Gründe für Dinge die sich ansammeln, nicht aufgebraucht werden und im Müll landen könnten. Deshalb am besten voraus planen. 


Tipp 1: Wochenpläne erstellen 


Ich selbst tue mich damit sehr schwer, weil ich durch die Tafeltüte meist schaue, was zuerst verarbeitet werden muss. Natürlich könnte ich dennoch einen Wochenplan erstellen und planen, was ich wann verarbeite - bei mir hapert es schlichtweg an der Zeit. Wochenpläne finde ich aber grundsätzlich ganz fantastisch, im Netz gibt es dazu schöne Vorlagen.


Tipp 2: Einkaufsliste schreiben


Geht niemals ohne Einkaufsliste einkaufen und haltet Euch an Eure Liste. Das schützt vor Fehl- und Spontankäufen die dann auch aufgebraucht werden müssen. In dem Zusammenhang übrigens ganz wichtig:


Tipp 3: Niemals hungrig einkaufen gehen! 


Wer hungrig einkaufen geht, ignoriert jede Einkaufsliste. Glaubt mir, ich mache diesen Fehler viel zu oft. Dann kaufe ich mir im Laden eine "Kleinigkeit" um den Hunger damit in Schach zu halten. Und letztlich habe ich dann bis abends keinen Hunger mehr und im schlimmsten Fall fällt das Abendessen, für das man eigentlich einkaufen war, komplett aus. Alles schon gehabt und nicht wirklich empfehlenswert. 


Tipp 4: Regelmäßig die Vorräte kontrollieren. 


Ich vergesse oft, was ich noch alles in der Speisekammer stehen habe. Dann bin ich unsicher ob noch z.B. Speisestärke im Haus ist und nehme sicherheitshalber eine Packung mit, kostet ja nicht viel. Mittlerweile habe ich 3 Packungen Speisestärke im Haus und ich weiß nicht wie das passieren konnte *seufz*. Auch im Kühlschrank kann schnell etwas verloren gehen. Geöffnete Packungen deshalb immer nach Vorne stellen. Neu gekauftes nach hinten räumen und ältere Sachen zuerst verarbeiten. 

Tipp 5: Richtig Lagern


Die richtige Lagerung von Lebensmitteln ist essenziell um weniger wegzuwerfen. Die optimale Lagerung jedes einzelnen Lebensmittels zu beschreiben, würde allerdings den Rahmen dieses Posts sprengen (ich denke, diesem Thema werde ich in Zukunft noch einen eigenen Beitrag widmen). Deshalb beschränke ich mich auf ein paar Basics. Ich empfehle Euch allerdings, Euch wirklich mal mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Heutzutage besitzt ja nahezu jeder Haushalt einen Kühlschrank und somit die Möglichkeit Milchprodukte, Wurst, Obst und Gemüse zu kühlen. Doch nicht jedes Lebensmittel gehört in den Kühlschrank - Kartoffeln beispielsweise werden darin süß, Tomaten geschmackslos und Brot altert schneller. Außerdem ist es nicht überall im Kühlschrank gleich kühl, am kältesten ist es über dem Gemüsefach, deshalb gehören hier Wurst, Fisch und Fleisch hin. Am wärmsten ist es in den Seitenfächern, hier werden Ketchup, Eier und ähnliches aufbewahrt. 

Auch bei frischen Lebensmitteln die nicht gekühlt werden müssen oder dürfen, ist Vorsicht geboten. Einige Obst- und Gemüsesorten wie z. B. Apfel, Banane und Mango reifen nach. Dafür produzieren sie das Gas Ethylen. Obst und Gemüse das in der Nähe liegt, altert ebenfalls schneller, wenn es mit dem Gas in Berührung kommt - also getrennt lagern. 


Soviel zur Vorbeugung. Doch was tun, wenn es "zu spät" ist? In diesem Falle erst mal keine Panik. 



Tipp 6: Es heißt "mindestens haltbar bis" und nicht "sicher tödlich ab"


Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur ein MINDESThaltbarkeitsdatum. Es bezeichnet den Tag, bis zu dem die herstellende Firma garantiert, dass Geschmack, Konsistenz etc. in vollem Umfang gegeben sind. Da die Firmen natürlich auf Nummer sicher gehen wollen, ist dieser Tag eher eine Weile früher angegeben. Das bedeutet im Klartext ALLE Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum können meistens auch nach diesem Datum bedenkenlos verzehrt werden. Verlasst Euch einfach auf Eure Sinne - wenn das Produkt noch gut riecht und gut aussieht, dann wird es auch noch gut schmecken. Ihr verzehrt ja schließlich auch keinen Joghurt, auf dem eine dicke Schimmelschicht ist, nur weil das MHD noch nicht erreicht ist 😉. Lest zu dem Thema auch gern nochmal meinen Beitrag: Das Mindesthaltbarkeitsdatum.


Tipp 7: Obst und Gemüse verwerten


Der Hauptgrund Obst zu entsorgen, sind braune Stellen. Dabei ist es grundsätzlich kein Problem, aus solchem Obst noch leckere Sachen zu zaubern. Aus Äpfeln beispielsweise kann man feinstes Apfelmus (ein)kochen. Aus den meisten Obstsorten kann man leckere Chutneys und Marmeladen kochen. Ganz zur Not kann man alles zusammen mit etwas Zucker in einen Topf werfen und Kompott kochen, dazu Milchreis oder Grießbrei - perfekt.

Eine weitere Idee ist, solches Obst zu verbacken. Für Bananenkuchen und Bananenbrot müssen reife Bananen verwendet werden, sonst schmeckt es nicht so gut. 



Im August habe ich weiche Aprikosen in einem Kuchen verarbeitet - beim Backen wird das Obst sowieso weich, den Unterschied merkt man also überhaupt nicht. 




Ähnlich wie für Obst, gilt auch für Gemüse, dass das Aussehen nicht alles ist. Schrumpelige Kartoffeln machen sich super als Pellkartoffeln oder Kartoffelbrei. Schrumpelige Paprika schmecken gekocht genauso gut wie knackige (die beim kochen eh weich werden..). Ganz zur Not kann man in einer Suppe alle Sachen verstecken, die nicht mehr schön aussehen. Dafür schimmlige Stellen und Druckstellen großzügig weg schneiden und dann erst verarbeiten. Im Zweifel das Ganze noch pürieren. 


Eine geniale Idee um Gemüse zu verwerten ist übrigens Ofengemüse, dafür gibt es weiter unten noch ein Rezept 😉


Tipp 8: Brot verwerten


Brot ist auch schnell mal so trocken, dass man es pur kaum noch essen mag. Solches Brot kann man noch a) Rösten und genießen b) klein schneiden und als Croutons in Salat oder Suppe essen oder c) klein mahlen zu Semmelbrösel. 

Ganze Brötchen/Baguettes vom Vortag benetze ich großzügig mit Wasser und backe sie im Ofen bei 200 Grad noch einmal 5-8 Minuten auf. Die Backwaren schmecken dann wieder richtig gut, fast schon ein bißchen erschreckend. 


Tipp 9: Milchprodukte verwerten


Milchprodukte sind mit die haltbarsten Lebensmittel die ich kenne. Joghurt, Quark und Co. sind teilweise noch Monate (!) nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ohne Einschränkungen genießbar.

Zur Verwertung machen sich Muffins und andere Backwaren super. Bei den meisten Rührkuchen kann man in den Rezepten die Milchprodukte relativ beliebig austauschen, es sollte nur eine ähnliche Konsistenz haben. Also statt Joghurt saure Sahne nehmen, statt süßer Sahne Milch oder statt Mascarpone Quark. Joghurt mit Geschmack kann solchen Rezepten auch mal den richtigen Pfiff geben, beispielsweise hatte ich mal einen Rhabarberkuchen mit Haselnussjoghurt gebacken - himmlisch sage ich Euch! 


Tipp 10: Wenn Du es nicht mehr möchtest, schau ob jemand anders mag


Bevor Sachen im Müll landen, kann man als letzte Möglichkeit noch versuchen, die Sachen in regionalen Gruppen bei Facebook oder über örtliche Kleinanzeigen zu verschenken. Es gibt immer Menschen die extrem aufs Geld schauen müssen und daher die "zu verschenken" Anzeigen im Auge behalten. 


Und jetzt noch ein tolles Rezept zur Verwertung von Gemüse(resten)


Ofengemüse ist perfekt um schrumpeliges Gemüse oder Gemüsereste zu verarbeiten. Hier hatte ich bereits ein Rezept für Ofengemüse mit Kürbis und Möhren verbloggt. Heute habe ich eine mediterrane Version mit viel Knoblauch dabei. Das Gemüse kann natürlich mit dem variiert werden was im Haus ist, aber lasst bloß den Knoblauch nicht weg!



500 g Kartoffeln
2-3 Paprikaschoten
1 Packung Pilze (ca. 200 g)
150 g Tomaten - etwa 3-4 große oder eine Packung Cherrytomaten
1 Packung festen Fetakäse (200 g)
1 Zwiebel
6 Knoblauchzehen
je 1/2 TL getrockneten Thymian, Oregano, Basilikum und Majoran
1 EL Paprikapulver
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Die Kartoffeln schälen, waschen und in Spalten schneiden. In einer Pfanne Öl erhitzen und die Kartoffeln darin etwa 5 Minuten unter Schwenken anbraten. 

Das restliche Gemüse putzen, die Paprikas würfeln, die Tomaten halbieren oder vierteln (je nach Größe), die Zwiebel in Ringe schneiden und die Knoblauchzehen komplett lassen. Den Fetakäse würfeln. Das Gemüse mit den Kartoffeln und dem Käse in eine Auflaufform geben. 

Die Gewürze darüber verteilen und alles durchrühren. Mit gut Olivenöl begießen (ca. 100-150 ml) und dann bei 200°C für etwa 30 Minuten im Ofen backen, evtl. zwischendurch umrühren. Fertig. 

Wie gesagt am Gemüse kann man durchaus nach Lust und Laune ergänzen. Ich hatte noch zwei kleine Mini-Zucchini mit untergebracht, Aubergine kann ich mir sehr gut vorstellen in der Kombination oder Lauch. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

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